Die Preise

Ist die Inflation von Dauer?

München, 20 Feb. ’22

Wird es im Jahr 2022 teurer?

Das Aufkommen von Covid-19 brachte die Weltwirtschaft ins Wanken und die Regierungen kämpften darum, ihre Länder über Wasser zu halten. Einigen gelang dies, viele hatten damit zu kämpfen. Die meisten Länder entschieden sich für Konjunkturpakete für Bürger und Unternehmen, die von den weit verbreiteten Beschränkungen betroffen waren, was zu einem der Auslöser für die derzeit hohen Inflationsraten wurde.

Die Lebenshaltungskosten in Deutschland sind im Jahr 2021 stark angestiegen, was auf Energiekrisen, Unterbrechungen der Versorgungskette, Preissteigerungen bei Rohstoffen und die Abschaffung der ermäßigten Mehrwertsteuersätze zurückzuführen ist. Der Anstieg der Energiepreise wurde als Hauptursache für den Preisanstieg angesehen, und Ökonomen erwarten, dass er bis 2022 anhalten wird.

Was die Inflationsraten anbelangt, so war die durchschnittliche Rate in Deutschland im Jahr 2020 mit 0,5 % relativ niedrig, aber im darauffolgenden Jahr kam es zu Störungen und die Inflation schoss in die Höhe, und im Dezember 2021 lag der Preisanstieg bei schwindelerregenden 5,3 %. Dies war die höchste Inflationsrate in den letzten 30 Jahren seit 1993.

Im Januar 2022 lag die jährliche Veränderung des Verbraucherpreisindexes (VPI) bei 4,9 %, eine leichte Verbesserung gegenüber den Vormonaten, aber immer noch weit über der von der Europäischen Zentralbank angestrebten Rate von 2 %. „Die Inflationsrate ging im Januar leicht zurück, nachdem sie im vergangenen Dezember den höchsten Stand seit fast 30 Jahren erreicht hatte. Sie bleibt jedoch auf einem hohen Niveau“, sagte Dr. Georg Thiel, Präsident des Statistischen Bundesamtes.

Nach Ansicht von Ökonomen könnte dieser Inflationsanstieg in Deutschland und Europa länger anhalten als bisher erwartet, und die Märkte sollten sich neu positionieren, um eine frühzeitige Zinserhöhung zu erreichen.

Auch die geopolitische Situation zwischen Russland und der Ukraine wird sich voraussichtlich auf die Wirtschaft der Eurozone auswirken. Einem Artikel der New York Times zufolge könnte es zu „schwindelerregenden Ausschlägen“ bei den Energie- und Lebensmittelpreisen, zu verstärkten Inflationsängsten und zur Vorsicht der Anleger kommen. Die unmittelbaren Auswirkungen dürften jedoch nicht gravierend sein, da Russland keinen wesentlichen Beitrag zur Weltwirtschaft leistet.

Die Versorgung mit Gas aus Russland bleibt ein Problem, da fast 40 % des europäischen Erdgases aus der Region stammen. Deutschland bezieht die Hälfte seiner Gaslieferungen aus Russland, die sich noch erhöhen würden, wenn das Nord-Stream-Projekt nicht Anfang dieser Woche gestoppt worden wäre. Die Länder ergreifen Maßnahmen, um die Auswirkungen auf Europa abzumildern, und Wirtschaftsminister Robert Habeck erklärte, dass die Gasversorgung Deutschlands auch ohne Nord Stream 2 gesichert sei, dass die Preise aber kurzfristig weiter steigen dürften.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das globale Wachstum und die steigenden Preise sowohl für den Einzelhandel als auch für die Unternehmen weiterhin ein Problem darstellen. Während die Inflationsraten weiter steigen könnten, würden die Märkte in den kommenden Monaten eine eher pessimistische Haltung einnehmen. Die Menschen auf der ganzen Welt beobachten nun genau, ob es zu größeren oder kleineren Störungen der Marktliquidität kommt, und nehmen eine vorsichtige Haltung ein, um die weitere Entwicklung der Ereignisse abzuwarten.

 

Artikel von Swarnim Prakash

bei CM-Equity AG

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